- Kreuzweg
 
 Atelier Blueaquin
  Aus dem Tagebuch einer Künstlerin

Kreuzweg

Kreuzwegzyklus

Der Kreuzwegzyklus orientiert sich an den traditionellen 14 Stationen, die Jesus auf seinen Leidensweg gegangen ist. Die Künstlerin Blueaquin setzt sie in Bezug zu den heutigen Ängsten und Sorgen unserer Zeit, um Jesus für uns erfahrbar zu machen.

 

Jesus fällt zum zweiten Mal unter das Kreuz.

Kreuzwegzyklus 2007- 2008, 14 Bilder, Öl- Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 100 cm

Ostern, eine Zeit des Aufbruchs

Vierzig Tage vor Ostern wird traditionell gefastet. Für viele ist diese Zeit eine willkommene Gelegenheit überflüssigen Winterspeck loszuwerden. Der eigentliche Sinn der Fastenzeit besteht darin, wieder zu sich selbst zu finden, sich zurück zu nehmen, sich auf das Osterfest vorzubereiten, darüber zu meditieren, was Ostern für mich bedeutet, den Sinn des eigenen Lebens neu zu erkennen und auszurichten. Die Fastenzeit sollte eine Phase der Ruhe sein, des Kräftesammelns für den Neubeginn, der jedes Jahr wieder anfängt, die Hoffnung, die mit dem Frühling erwächst und den Worten der Bibel (Offenbarung 21.5) „Siehe ich mache alles neu.“

Leider gibt es in unseren hektischen Tagen nur wenig Zeit zur inneren Einkehr, Probleme lasten auf uns und manchmal scheint es keinen Ausweg zu geben. In unseren Tagen machen uns Worte wie „Finanzkrise“, „Schulden“ und „Arbeitslosigkeit furchtbare Angst. Sich gerade in diesen Zeiten auf den Kreuzweg Jesu zu besinnen, ist für viele schwierig. Die Geschichte ist schließlich schon 2000 Jahre her! In 14 großformatigen Bildern hat die Malerin Blueaquin den Kreuzweg Jesu gemalt. In jedem Bild setzt sie den Leidensweg Jesu in Beziehung zu Problemen unseres Alltags. Die Botschaft ist für uns heute noch genauso aktuell wie vor 2000 Jahren, sie bietet uns Halt, Lebenshilfe und Kraft. Eines der Kreuzwegbilder wird nachfolgend näher  vorgestellt,  das 7. Kreuzwegbild  betrachtet Jesus, als er das zweite Mal unter das Kreuz fällt:

Mit letzter Kraft, geschubst und getrieben, unter dem Gejohle seiner Peiniger, fällt Jesus ein zweites Mal. Wird er wieder aufstehen können? Kann er seinen Weg doch noch beenden?

Wenn jemand fällt, ist es immer schwer, den Mut aufzubringen wieder aufzustehen, von vorn anzufangen und weiter zu gehen. Fällt man zum zweiten Mal, sind die Zweifel noch stärker und der Spott der Zuschauenden umso hämischer. Möglichkeiten zum Fallen gibt es viele. Sucht ist eine der heimtückischsten. Eine moderne Form, die immer mehr Menschen betrifft, ist der „Konsumdruck“. Werbung weckt immer mehr Wünsche. Mit Krediten und Ratenzahlungen werden die Kunden gelockt, all diese Wünsche schnell zu befriedigen. Wir wollen das, was auch alle Nachbarn so selbstverständlich haben, das neue Handy, ein Auto oder ein Häuschen, schicke Klamotten, einen großen Fernseher… doch schnell ist das Konto geplündert, alle Reserven aufgebraucht. Die Raten können nicht mehr bezahlt werden. Was am Anfang alles so leicht klang, wird nun zur drückenden Last. Heftig quält einen die Schuldenfalle. Wird man es schaffen, wieder aufzustehen, von vorn anzufangen, weiterzugehen? Jesus ist wieder aufgestanden und ermutigt auch uns unsere Sorgenlast an ihn abzugeben und an seiner Hand sicher unseren Weg weiterzugehen.
 
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